Immer besser texten

E-Mail-Management (2): Posteingang bearbeiten – eine Entziehungskur

Leute, die sich hundert Mal am Tag die Hände waschen, schickt man in die Therapie. Doch was ist mit Leuten, die hundertmal am Tag ihren Posteingang checken? Leute also wie du und ich? Längst ist aus unserer Neugier eine Neu-Sucht geworden. Ich bin meistens schneller im Posteingang, als mein Verstand die Erlaubnis dazu erteilt. Und von den Hunderten Seminarteilnehmern, die ich inzwischen gefragt habe, geht es den meisten genauso: Der Sprung ins Outlook-Programm ist zur Zwangshandlung geraten – wie das Händewaschen oder Nochmal-nach-dem-Herd-schauen.

Solange sich kein Psychologe ernsthaft damit befasst, was eine kurze Internet-Recherche ergeben hat – mögen meine Hausmittel helfen, sich der Magie des Posteingangs zu entziehen: Weiterlesen »

E-Mail-Management (1): Shut up, Outlook!

Seltsam, was ich auf meinen E-Mail-Seminaren feststelle: Alle klagen darüber, ständig von E-Mails unterbrochen zu werden. Frage ich aber nach, wer den E-Mail-Alert deaktiviert hat, meldet sich kaum jemand.

Daher die erste Maßnahme für ein gesundes E-Mail-Management: Sich nicht mehr von seinem Posteingang gängeln lassen.Bringen Sie Outlook und Co. zum Schweigen – akustisch UND optisch! Weiterlesen »

Sinn machen

Sprachstil-Päpste wie Wolf Schneider tadeln uns: „Man sagt und schreibt nicht: ‚Das macht Sinn.’ Denn da haben wir wieder treudoof den Anglizismus ‘That makes sense.’ übernommen. Im Deutschen aber muss es heißen: ‚Das ergibt Sinn.’“

Als braver Gläubiger habe ich stets rechtzeitig meine Zunge kontrolliert, wenn mein Bauch „Sinn machen“ sagen wollte.

Erst Hermann Scherer hat mich von diesem Zwang befreit und mein Bauchgefühl bestätigt. In seinem Buch Glückskinder macht er für alle offensichtlich: Sinn “ergibt” sich nicht einfach. Das ist viel zu passiv! Man kann sehr wohl Sinn machen: Aus vorhandenem Wissen neue inspirierende Gedanken schaffen, die wiederum unser Verhalten, unser Handeln, unsere Welt verändern. Sinn ist herstellbar: durch kraftvolles Vordenken, durch kreatives Spiel und vor allem durch aufrichtigen Dialog.

Was ist der Unterschied zwischen Wissen und Sinn? Wissen ist passives Potential, es hält mich in der Schlinge des Zweifels, im Hin und Her, im Pro und Contra. Sinn hingegen liefert die Energie, etwas zu tun. Sinn beseelt. Sinn machen macht also Sinn.

Weg von der Normgrütze: Unternehmensvorstellung texten

„Unsere XXX GmbH gehört zu den führenden Anbietern im Bereich der …“ – so schreiben’s alle, die’s nicht besser wollen. Wie kommt mehr Fleisch und Herzblut in die Unternehmensvorstellung? Diese Fragen helfen mir bei der Materialsammlung: Weiterlesen »

Was macht Vorträge spannend? (5): Pack den richtigen Koffer

Nichts ist unprofessioneller, als die gewährte Redezeit zu überziehen. Und nichts ist unverzeihlicher, denn Nachredner geraten unter Druck, Diskussionen zu kurz und Veranstaltungen durcheinander. So mache ich mir als Redner alle Liebesmüh zunichte, denn der Groll über die geraubte Zeit verstopft Herz und Ohren. Weiterlesen »

Was macht Vorträge spannend? (4): Fang mit dem Schluss an

Ich skripte grundsätzlich rückwärts: Den Schluss zuerst, dann den Hauptteil, dann den Anfang. Wenn der Schluss erst mal sitzt, kommt der Rest fast von selbst. Warum? Weiterlesen »

Was macht Vorträge spannend? (3): Vergiss das Brillantseinwollen

Denn das ist nicht Dein Job. Dein Job ist es, den Zuhörern bei etwas zu helfen.

Jeder Vortrag hat eine Aufgabe, meistens eine von diesen: Weiterlesen »

Was macht Vorträge spannend? (2)

Noch nie hatte ich soviel Dank erhalten wie nach der Premiere des Seminars: Spannende Vorträge schreiben. Die Teilnehmer schienen nicht nur beeindruckt, sondern verwandelt, von einer Last befreit – und voller Lust auf ihren nächsten Vortrag.

Zuerst hatte ich mich gesträubt, das Seminar überhaupt zu entwickeln. Rhetoriktrainer gibt es Tausende, was sollte ich da noch? Weiterlesen »

Was macht Vorträge spannend? (1)

Drehen wir die Frage gleich um: Was macht Vorträge abstoßend? Mir verpesten vor allem zwei Sorten von Rednern die Ohren: Die eine ist rhetorisch inkompetent und erklärt blutleer, was gerade auf der Powerpoint-Folie erscheint. Noch schlimmer finde ich die zweite Sorte: Die war bereits auf vielen Rhetorik-Seminaren, verbreitet ebenfalls nur abgestandenes Zeug, dies jedoch aggressiv und unecht – wie aus einem Roboter gestanzt.

Warum, frage ich, wird auf Rhetorikseminaren so viel an äußeren Stilmitteln wie Stimme, Gestik, Medieneinsatz gearbeitet – und so wenig an der Sprache? Weiterlesen »

Bullshit (3) – Lohnt der Ausstieg?

Warum hält sich Bullshit im Business so hartnäckig? Wenn er wirklich so viel Schaden anrichten würde, wäre er längst verschwunden. Was bringt Bullshitten also? Vier Vorteile fallen mir ein – und die entsprechenden Einwände gleich dazu. Daher nenne ich sie Scheinvorteile.

Scheinvorteil 1: Bullshit ist billig

Bullshit zu texten geht leicht von der Hand: Ich muss nur die gängigen Phrasen neu kombinieren. Ein bullshit-freier Text hingegen ist um ein Vielfaches aufwändiger. Weiterlesen »